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Tune – LIVESTREAM «Das Forellenquintett - (Alb-) Traum eines Kontrabassisten»

  • Bärenstutz 1 Bärenstöckli Rüeggisberg, BE, 3088 Schweiz (Karte)

Christian Sutter, Kontrabass, Konzept und Lesung
Erika Schutter, Violine
Hannes Bärtschi, Viola
Mirjana Reinhard, Violoncello
Yuka Oechslin, Klavier

Das Konzert wird als Livestream an dieser Stelle angeboten.


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Herzlichen Dank!

Seit zweiundzwanzig Jahren üben sie das Forellenquintett, doch es will ihnen einfach nicht gelingen Franz Schuberts Perle der Kammermusik zu einem wahren klingenden Kunstwerk zu vollenden. Die hoffnungslos unmusikalischen Zirkusartisten in Thomas Bernhards Theaterstück Die Macht der Gewohnheit, der Dompteur am Klavier, die Seiltänzerin an der Geige, der Spassmacher an der Viola und die Jongleurin am Cello jagen dem utopischen Ideal der Vollkommenheit hinterher und versacken doch immer wieder in kläglichem Dilettantismus. Dem verzweifelten Zirkusdirektor an der Bassgeige entgleiten die Zügel. Er fühlt sich hin und hergerissen zwischen der Einsicht über die Sinnlosigkeit alles Strebens und Seins und der täglichen Notwendigkeit, dennoch immer weiterzumachen, bis er schliesslich zur bitteren Erkenntnis kommt: Die Wahrheit ist, ich liebe die Bassgeige nicht, aber sie muss gespielt werden. Wir wollen das Leben nicht, aber es muss gelebt werden. Wir hassen das Forellenquintett, aber es muss gespielt werden.

 

Mit dieser konzertanten Lesung regen Christian Sutter und seine musikalischen Freunde einerseits dazu an, die Ohren frisch zu spitzen, um das Forellenquintett, das wohl bekannteste und meistgespielte Kammermusikwerk Franz Schuberts neu zu hören. Andererseits lenken sie mit musikalischem Charme, Witz und Augenzwinkern die Aufmerksamkeit auf das tiefste aller Streichinstrumente, den Kontrabass, den oft verkannten Orchesterelefanten. Die Konzertbesucherinnen und -besucher gehen nach diesem literarischen Kammerkonzert mit der neu gewonnenen Erkenntnis nach Hause, dass – um mit Patrick Süskinds einsamen Helden aus dem Ein-Mann-Stück Der Kontrabass zu sprechen – der Kontrabass das mit Abstand wichtigste Orchesterinstrument schlechthin ist. Im Grunde weiss das auch jeder. Es gibt bloss keiner offen zu ...

 

Der erst zweiundzwanzigjährige Schubert arbeitete bei der Komposition des Forellenquintetts so viele Feinheiten der Emotionen in die Klangfarben des Stückes ein, dass Patrick Süskind seinen Helden im satirischen Monolog Der Kontrabass schwärmen lässt: Mehr Kammermusik müsste man machen, vielleicht sogar Schubert, Forellenquintett. Wissen Sie, das wäre das Höchste – jetzt musikalisch karrieremässig. Das Traumstück für einen Kontrabassisten! Und tatsächlich kommt der sonst nur allzu oft im Hintergrund brummende Kontrabass hier, ebenso wie die Bratsche und das Violoncello, neben der Violine und dem Klavier endlich einmal gleichberechtigt zum Zug.

 

Christian Sutter und seine musikalischen Freunde, Yuka Oechslin, Erika Schutter-Achermann, Hannes Bärtschi und Mirjana Reinhard, alles junge Berufsmusiker, renommierte Instrumentalisten, Solisten und Kammermusiker, anerkannte und beliebte Lehrkräfte, die in verschiedensten Sinfonieorchestern,  Kammermusikformationen und Musikschulen sowohl regional, national als auch international tätig sind und auf sich aufmerksam machen, wagen einen etwas anderen, aber durchaus unterhaltsamen und auch anregenden Einblick in die Reflexion des Forellenquintetts in unterschiedlichsten literarischen Zusammenhängen. Wir erfahren, dass so verschiedenartige Schriftsteller wie Peter Härtling, Thomas Bernhard oder Patrick Süskind sich auf jeweils ganz eigene unverwechselbare Art mit Franz Schubert und seinem berühmten Forellenquintett auseinandersetzen. Auch Max Reger steuert eine herrliche Anekdote zum Thema bei. 

 

Unser Bestreben ist es die sorgfältig ausgewählten Texte dramaturgisch kongenial mit dem Forellenquintett, dieser Perle der Kammermusik zu verflechten, sodass dabei eine eigene musikalisch-literarische Collage, ein eigentliches literarisches Kammerkonzert entsteht, das dem Publikum die Möglichkeit eröffnet sowohl Franz Schuberts wundervolle, in wenigen unbeschwerten Sommertagen in Steyr geschriebene Komposition, als auch die zum Teil besinnlichen, zum Teil bitterbösen, aber eben auch äusserst witzigen und humorvollen Texte neu zu hören und zu erleben.    

Franz Schubert                 Forellenquintett D667 A-Dur
(1797- 1828) Allegro vivace
Andante
Scherzo - Presto
Thema - Andantino - Variazioni I-V - Allegretto
Finale - Allegro giusto

Peter Härtling                      Schubert
(1933-2017)

Thomas Bernhard              Die Macht der Gewohnheit
(1931-1989)

Patrick Süskind                   Der Kontrabass
(*1949) 

Max Martin Stein                 Der heitere Reger
(1911-2001)

Frühere Events: 25. April
Ultra – Bieri/Demenga/Martinez Mehner
Späteres Event: 9. Mai
Ultra – Trio Gaspard VERSCHOBEN!